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Energiepolitisches Ziel der SPD für Bad Schwartau   

Bei den energiepolitischen Überlegungen der SPD steht der nachhaltige Einsatz von erneuerbaren Energien mit im Vordergrund. Um hier regional und örtlich künftig verantwortlicher mitgestalten zu können, ist es wichtig, sich bei dem in 2011 auslaufenden Wegenutzungsvertrag für die Stromversorgung künftig mehr Rechte zu sichern als bisher. Der gemeinsame Ankauf des vorhandenen Stromnetzes in Kooperation mit einem regionalen Energieversorger ist hierbei eine mögliche Option. Generell bedarf die Kommune bei der weiteren Entwicklung unabhängiger externer Beratung. Insoweit ist es erfreulich, dass die übrigen im Rat vertretenen Parteien einem Antrag der SPD auf unabhängige Netzbegutachtung im ersten Schritt bereits zugestimmt haben.    Insgesamt wird die SPD  bei dem angesprochenen Thema wie auch in allen weiteren Leistungsbereichen darauf achten, dass eine möglichst breite Beteiligung der betroffenen Bevölkerung sichergestellt wird.  
Hans Tylinski                           
Fraktionsvorsitzender




Pressemitteilung des SPD-Ortsvereinsvorstandes vom 16.07.2009

 
Die Bad Schwartauer SPD will mit einer Reihe öffentlicher Vorträge und Diskussionen die Einwohner und städtischen Gremien für das Projekt „Kommunale Energieversorgung auf Basis regenerativer Energien“ mobilisieren. Weil nämlich die Konzessionen für das E-Netz im Jahre 2011 und für das Gas-Netz wenige Jahre später auslaufen, ist es höchste Zeit für einen Umschwung der städtischen Energiepolitik, und zwar zunächst für den Rückkauf der ehemals städtischen Versorgungsnetze durch die Stadt. Dieser Rückkauf ist zwingend erforderlich, da die Stadt nur als Verfügungsberechtigte über ein eigenes Stromnetz die Lieferanten und deren Art der Energieerzeugung sowie mit der Kalkulation und Festlegung der Netzgebühren letztlich auch den Verbraucherpreis maßgeblich bestimmen kann.    Auf einer ersten Veranstaltung hat als Gastdozent daher Olaf  Schulze, der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, kürzlich über wesentliche Probleme informiert, mit denen die Stadt bei einem solchen Rückkauf konfrontiert werden wird. Schulze machte deutlich, dass die traditionellen Energieversorger schon wegen des drohenden Verlustes der durch ihre Monopolstellung bedingten maßlosen Profite den rückkaufwilligen Kommunen auf allen Ebenen große Schwierigkeiten zu machen pflegen. So werde die Stadt sich u.a. schon bei der Ermittlung des Kaufpreises mit erheblichen Differenzen in der Bewertung der Netze sowie in der Frage auseinandersetzen müssen, welche rückständigen Investitionen die scheidenden Energieversorger vor Konzessionsablauf  noch schulden. Der Vorstand der SPD Bad Schwartau begrüßt, dass die Stadtverwaltung inzwischen das von ihm angestoßene Thema „Kommunale Energieversorgung“ aufgegriffen und mit der Prüfung rechtlicher, wirtschaftlicher und technischer Probleme einer Rückführung der Versorgungsnetze an die Stadt begonnen hat. Er hat auf seiner Sitzung am 16.07.2009 dazu einstimmig beschlossen: „Die Vertreter der SPD mögen in den städtischen Gremien beantragen, Folgendes zu beschließen: Die Verwaltung hat in ihre Prüfung auch die Möglichkeiten einer breiten Nutzung regenerativer Energien vor Ort einzubeziehen. Wegen der sehr speziellen und komplexen Problematik – z. B., ob in Bad Schwartau aufgrund der Windverhältnisse auch eine städtische Groß-Windkraftanlage möglich ist, und ferner genügend Freiflächen verfügbar sind, um eine Megawatt-Solaranlage betreiben zu können, und ob eine Groß-Wärmepumpe über Grundwasser oder Erdreich funktionieren könnte usw. – hat die Verwaltung sich umfassend von externen Fachingenieuren beraten zu lassen und die städtischen Gremien und Einwohner ständig auch über Zwischenergebnisse jeweils auf dem Laufenden zu halten.“ Daneben hat der SPD-Vorstand den Plan der Stromkonzerne abgelehnt, nach dem Kreis Nordfriesland auch den Kreis Ostholstein als Lagerstätte (CCS) für das giftige Treibhausgas Kohlendioxyd (CO2) vorzusehen. Bekanntlich wird konkret geplant, CO2 aus geplanten neuen (!) Braunkohlekraftwerken über eine Pipeline heranzuführen und dann in über 1.000 m unter unserer Erde zu speichern. Die Risiken dieser Speichertechnik sind mangels nötiger Erfahrungen noch nicht hinreichend bekannt. Es gibt z. B. Befürchtungen, die von einer Vermischung salzhaltigen Wassers mit unserem Trinkwasser, von einer möglichen Verschiebung der Erdschichten (Erdbeben) usw. und von weiteren  erheblichen Umweltgefährdungen für unsere Region ausgehen, die erst sorgfältig erforscht und beherrschbar gemacht werden müssten. Zwar ist der Entwurf des sog. CCS-Gesetzes kürzlich von der Tagesordnung des Bundestages genommen worden, dies aber offenbar nur wegen seiner vor dem bevorstehenden Wahlkampf unerwünschten politischen Brisanz, sodass er nach der Wahl von den Energiekonzernen und der diesen nahestehenden Lobby sicherlich wieder hervorgeholt werden wird. Auch deshalb legt die SPD Bad Schwartau Wert darauf, die regenerativen Energien vor Ort bestens zu fördern, da jedes zusätzliche Kilowatt aus Solar-, Wind- oder Erdenergie einen Beitrag dazu leisten wird, den Bau weiterer umweltschädlicher Braunkohlekraftwerke zu vermeiden.